Ja, wo isser denn der kleine Router? Und wer ist gerade von dort online?!
Erst lenkt google die Aufmerksamkeit auf sich als sie mit Google Street View W-Lan Netze ausspionierten (siehe Artikel bei netzwelt.de) und nun wird das Ganze mit Wifi-Lokalisierung noch interessanter.
Heute lies google verkünden das nun jeder die Möglichkeit hat seine Router-Daten vor dem Unternehmen selbst zu schützen (“opt out“). Das ist ganz einfach: An die Id, die sogenannte SSID, die jeder zu Hause an seinem W-Lan Access Point (= Router) einstellt, hängt er einfach das Schlüsselwort “_nomap”. Somit wird aus “Patricks_Heimnetz” nun “Patricks_Heimnetz_nomap”. Das Ganze erklärt im Detail der golem.de-Artikel: “Das eigene WLAN aus Googles Datenbank löschen” und die offizielle Blogseite von google – Greater choice for wireless access point owners.
Google formuliert da jedoch scheinbar etwas falsch, der Titel des Artikels heißt so viel wie: Größere Wahl für Betreiber kabelloser Access Point Betreiber. Haben wir denn jetzt die große Wahl?
- Warum sind meine Daten, Name meines Routers und erste Positionsangabe von street view, dort denn überhaupt gelandet?
- Welches Schlüsselwort und welche Freigabe habe ich denn dazu gegeben?
- Was passiert wenn Unternehmen “B” auf die Idee kommt ich soll “_stopLocalisation” oder sonst ein Tag an meine SSID anhängen damit dort auch meine Daten gelöscht werden?
- Wozu denn überhaupt?
- Ach, Sie wussten davon bisher nichts? Schade, Ihre Daten wurden bereits festgehalten, Sie hätten damals die Option deaktivieren müssen.
Gewahren wir jetzt jedem Unternehmen Narrenfreiheit erst Daten zu sammeln und auf Bittsagen und derartige Quängeleien werden sie anschließend gelöscht? Werden sie überhaupt gelöscht?
Um das Ganze plastischer zu machen: Ich gehe her und fotografiere Ihr Auto, ich nehme ihr Kennzeichen mit in meine zentrale Datenbank auf und schreibe dazu wo sich ihr Auto am 15.11.2011 um 18 Uhr befand. Möchten Sie das keiner davon erfährt wo ihr Auto steht, dann kleben Sie einfach neben ihr Kennzeichen ein Zettel: “Bitte nicht lokalisieren”. Ansonsten veröffentliche ich weiterhin Ihre Daten. In Zukunft wird es dann einige interessante Applikationen dazu geben, lassen Sie sich überraschen…
Das Spielchen geht weiter. Google ist so ehrlich bzw. so dreist und beschreibt auf Ihren Hilfe-Seiten (google.com Location-based services Help page) folgendes:
How long will it take for my opt out to affect the information in Google’s location service?
The next time a user’s device sends information about your WiFi access point to the Google Location Server through a reliable channel, our system will note the _nomap tag and remove the access point from our Location Server after it is processed.
Auf deutsch: Sobald ein Nutzergerät (z.B. Ihr Smartphone mit Android) mit dem Google Lokalisierungs Server kommuniziert wird das System das Schlüsselwort “_nomap” erkennen und die Datenbanken aktualisieren. Was bedeutet: Bei der Kommunikatin mit sicheren Applikationen wird bereits die SSID mit übertragen. Sprich die Identifikation Ihres Routers.
Google beschreibt sogar ganz genau wie man das aktualisieren anstoßen kann:
So, for example, one way to ensure that your changed SSID is submitted to Google quickly, open Google Maps on an Android Device with WiFi enabled, and use the My Location feature to establish a location fix in the vicinity of your WiFi access point.
Nur was bedeutet dieses Beispiel für googles Daten? Die SSID wird scheinbar ohnehin übertragen – bzw. sendet google sie unrechtmäsig beim Aufruf Ihrer Applikationen mit raus. Gehen Sie nun her und kommen den Empfehlungen nach und ändern die SSID auf “bla_noMap”, weiß man zunächst das der Router zumindest noch lebt und aktuell ist. Im Zweiten Schritt klicken Sie in google Maps auf das Feature “My location” um den Status zu aktualiseren so kann man eindeutig identifizieren an welcher Stelle sich dieses Gerät befindet.
Treibt man das Spielchen weiter und entwirft wunderschöne “Apps” so wird bald auf einer Karte wild blinken welches Gerät (nämlich Ihr Handy!) von welcher Stelle online ist. GPS-Positionen halfen bisher nur im Außenbereich, jetzt werden auch Innenbereiche abgedeckt. Auf der Basis lassen sich einige interessante Algorithmen entwickeln. Ich sehe schon automatische Statusmeldungen auf google+: Patrick ist nun wieder zu Hause…

